Früher waren die Leute noch handwerklich erfinderisch als es um Spezialeffekte vor der Kamera ging.
Es gab keine Standardverfahren um bestimmte Effekte zu erzeugen, alles wurde Szenen gerecht modelliert und auf handwerkliche Art und Weise umgesetzt.
Die verschiedensten Materialen würden zusammen getragen, vom rohen Fleisch über Tieraugen wurden alle Mittel eingesetzt um Narben, Schusswunden und andere Verletzungen so echt wo möglich aussehen zu lassen.
Wir können uns alle an den Film Taxi Driver, von Martin Scorsese aus dem Jahr 1976, erinnern.
Eine unvergessliche Endszene, der Inbegriff von Make-up Kunst am Set, zeigt einen heftigen Schusswechsel, viel Blut, Schusswunden und eine Hand die vor der Kamera in Stücke zerschossen wird.
Für uns längst nichts Besonderes mehr, doch für die damalige Zeit eine wahre Herausforderung eine Szene dieser Art zu kreieren.
Eine falsche Hand musste gebaut, mit Kunstblut gefüllt und montiert werden. Der Make-up Künstler, Dick Smith zog am Set an dünnen Schnürchen um die Blutpatronen im richtigen Moment in der richtigen Reihenfolge platzen zu lassen.
Ein Dreh der aufwendig zu reproduzieren war.
Da haben sich die Zeiten geändert. Es wäre unfair zu behaupten, dass alles einfacher geworden ist, denn die gute alte Handarbeit ist noch nicht ausgestorben und die neuen Special Effekts passieren auch nicht von alleine, aber man kann sich zumindest schon mit neuen Mittel der New Media helfen.
Eines davon nennt sich Bullet Time und bezeichnet in der Filmkunst einen Spezialeffekt, bei dem der Eindruck einer Kamerafahrt um ein „in der Zeit eingefrorenes“ Objekt herum entsteht.
Dieser Spezialeffekt erlaubt, schnelle Geschehnisse, zum Beispiel fliegende Pistolenkugeln, genau und von verschiedenen Blickwinkeln aus zu sehen.
Ebenso sind Verlangsamungen bis hin zum Stillstand und sogar rückwärtslaufende Zeit möglich. Neben der Verwendung in Actionfilmen wird Bullet Time auch als Spielelement in Videospielen verwendet.
Ein filmischer Bullet-Time-Effekt wird nicht durch eine echte Kamerafahrt erreicht. Vielmehr handelt es sich um eine Aneinanderreihung von durch mehrere Kameras aufgenommene Einzelbildaufnahmen derselben Szene, was den optischen Eindruck einer Kamerafahrt bewirkt.
Die Grundfunktion des Prinzips ist einfach, doch benötigt der Effekt in der Praxis häufig den massiven Einsatz von CGI-Techniken. (siehe unteren Absatz)
Geringste, unvermeidbare Abweichungen von den Einzelpositionen der gedachten Kamerafahrt (gewählter Bildausschnitt) und minimal abweichende Einstellungen (Fokus, Helligkeit) müssen korrigiert werden. Um die resultierende Aufnahme zu strecken, werden die einzelnen Bilder ineinander überblendet und nicht vorhandene Zwischenschritte auf diese Weise erzeugt.Bei nahezu vollständigen Umdrehungen um das aufzunehmende Objekt sind des Weiteren die gegenüberliegenden Kameras sichtbar,weshalb zum Beispiel beim Film Matrix die Schauspieler vor grünem Hintergrund aufgenommen wurden, welcher dann durch computergenerierte Szenenbilder ersetzt wurde.
Der Effekt wurde danach außerdem in der Werbung verwendet und durch Filme wie Blade und Matrix schließlich populär gemacht.
Der Spezialeffekt-Künstler Tim MacMillan nennt neben dem Kubismus den Pionier der Chronofotografie Eadweard Muybridge explizit als Vorläufer der Bullet-Time-Technik.[1]
Computer-Generated Imagery (CGI) ist der englische Fachausdruck für mittels 3-D-Computergrafik (Bildsynthese) erzeugte Bilder im Bereich der Filmproduktion und Visual Effects. Der Begriff bezeichnet Computeranimation in der Filmkunst – im Gegensatz zu Computeranimation zum Beispiel in Computerspielen.Große Filmproduktionen wie die Prequels zu Star Wars oder die Herr-der-Ringe-Trilogie schaffen es inzwischen auch, realistische Massenaufnahmen mittels CGI zu erzeugen.
Das Unternehmen Weta Digital in Neuseeland war damit beauftragt worden, realistische Effekte für die Herr-der-Ringe-Filme zu kreieren. Um die riesigen Schlachten richtig in Szene setzen zu können, wurde das Computerprogramm „Massive“ entwickelt, das den Orks, Elben und Menschen künstliche Intelligenz einhauchte.
Man wollte erreichen, dass die Figuren in der Masse selber auf Hindernisse, Geräusche oder/und ihre Umgebung reagieren. Der Fundus an Handlungsmöglichkeiten (wie den verschiedenen Bewegungsabläufen) sowie unterschiedliche Kampfhandlungen und Sterbesequenzen wurden aus einer Datenbank bezogen, in die die Abläufe vorher per Bewegungserfassung (englisch motion capturing) eingelesen wurden. Selbst Akteure im Vordergrund riesiger Szenen sind vielfach computergeneriert (ein Beispiel hierfür ist der Aufmarsch der Uruk-Hai vor Helms Klamm). Hauptcharaktere wurden herkömmlich aufgenommen und in die Szenen hineinkopiert.
Ein Großteil der digitalen Bildbearbeitung bleibt jedoch unsichtbar. Veränderungen von Farbstimmungen oder Wolken sind für den Zuschauer nicht sichtbar. In „Star Wars – Episode 1“ sind über 95 % des Films digital nachbearbeitet, in Herr der Ringe sogar über 99 %.
Die digitale Nachbearbeitung von Filmmaterial ist inzwischen Standard geworden.
http://en.wikipedia.org/wiki/Bullet_time
http://www.jmarshall.com/easy/cgi/german/
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